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Börsen-Lexikon

Verbriefungs-Risiken

engl.: risks of securitisation

Als Gefahren der Verbriefung sieht man vor allem

1.) die originierende Bank ist wenig(er) darauf bedacht, die Schuldner sorgsam auszuwählen und zu überwachen;

2.) die Nachfrage nach Verbriefungspapieren kann plötzlich versiegen, wie angesichts der Subprime-Krise zu beobachten war;

3.) wenn Verbriefungspapiere über Zweckgesellschaften an Offshore-Finanzplätzen begeben werden, fehlt jede Aufsicht über die Geschäfte, von einer Unterlegung mit Eigenkapital ganz zu schweigen;

4.) soweit ein Originator die Verpflichtung übernimmt, bei Schwierigkeiten einer Zweckgesellschaft diese in seine Bilanz zu übernehmen, kann dies dazu führen, dass die originierende Bank nun selbst ins Strudeln gerät, wie in Zusammenhang mit der Subprime-Krise mehrfach zu beobachten;

5.) kommt es (wie im Zuge der Subprime-Krise geschehen) zu einem plötzlichen Preisverfall für Verbriefungspapiere, dann geraten auch Papiere besserer Qualität unter Generalverdacht; Banken mussten im Zuge dessen hohe Abschreibungen vornehmen und dies zu einer Zeit, da insolvente Zweckgesellschaften das Ergebnis belasten und

6.) last not least ist es letztlich unmöglich, die Qualität von Verbriefungspapieren zu beurteilen, die aus einem Pool von oft Zehntausenden einzelner Forderungen erwachsen sind; dies gilt für alle Tranchen.

Siehe Verbriefungsstruktur. -Vgl. Monatsbericht der EZB vom Februar 2008, S. 89 ff. (Erklärung einzelner Risiko-Faktoren).

Das Aktien- und Finanzlexikon von Aktien Prognose: ® Professor Dr. Gerhard Merk, Universität Siegen.