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Börsen-Lexikon

Too big to fail-Grundsatz

engl.: too big to fail principle

Die Meinung, dass ein Unternehmen (im besonderen: eine Bank) ab einer bestimmten (wie gemessenen) Grösse vor Insolvenz gefeit sei. - Bei einer Bank kommt im besonderen in Betracht, inwieweit das Institut mit dem Rest der Branche so stark verwoben ist, dass ihr Fall die Stabilität des Finanzsystems gesamthaft gefährden würde. Weil nun aber diese Banken sich darauf verlassen, dass sie im Notfall vom Staat aufgefangen werden, so geraten sie in die Versuchung, viel zu hohe Risiken einzugehen. - Tatsächlich hat sich gezeigt, dass Regierungen (wie in England in Bezug auf das Northern Rock-Debakel und in Deutschland bei der Hypo Real Estate) oder Zentralbanken (wie in den USA hinsichtlich der Hypothekenbank Bear Stearns, die im Zuge der Subprime Krise im März 2008 vor dem Zusammenbruch stand) eingreifen, um grössere volkswirtschaftliche Schäden zu vermeiden. - Das aber bringt den sehr grossen, europaweit oder gar weltweit handelnden Instituten wiederum einen Vorteil, weil die Kunden mit einem Bail-out für den Krisenfall rechnen. Viele Überlegungen wurden angestellt, um diesen Abläufen entgegenzuwirken. Im Mittelpunkt steht der Vorschlag, dass die Behörden die Teile, welche für das Finanzsystem lebensnotwendig sind (vor allem die Verpflichtungen der Finanzhäuser untereinander, die im Handelsgeschäft oder durch Kreditlinien entstehen), rasch und reibungslos abtrennen und auf eine neue Entität übertragen. Der Rest des Instituts könnte dann in die Insolvenz gehen.

Siehe Bankenrettungsgesetz, Banken-Triage, Bear Stearns-Pleite, Einzelfallentscheidung, Grössenvertrauen, Rettungspaket, Risiko, systemisches, Too big to save-Grundsatz, Vertrauen

Das Aktien- und Finanzlexikon von Aktien Prognose: ® Professor Dr. Gerhard Merk, Universität Siegen.