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Börsen-Lexikon

Tarnkappen-Politik

engl.: magic-cap policy

Nach 2005 aufgekommene Bezeichnung für eine Vorgehensweise der Zentralbank, die auf Zinsschritte verzichtet, weil diese mittlerweile in der Öffentlichkeit zu viel Beachtung finden, im Falle einer Zinserhöhung zu einen Aufschrei seitens unbedarfter Politiker und Zeitungsschreiber führen und die Gremien der Zentralbank dadurch unter öffentlichen Druck setzen. - So hat etwa die EZB in der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise den Banken im Eurogebiet gedeckte Schuldverschreibungen (wozu auch der deutsche Pfandbrief gehört) abgekauft, die Laufzeiten für Refinanzierungsgeschäfte auf zwölf Monate ausgeweitet, eine breite Palette an Sicherheiten mit deutlich niedriger Bonität als in Normalzeiten zugelassen und den Instituten zu einem festen Zinssatz unbeschränkt Liquidität ausgereicht. Jede dieser Massnahmen kann die Zentralbank ziemlich unauffällig zurücknehmen, ohne den Leitzins anzutasten und ohne lästige Poltergeister zu wecken.

Siehe Basiszins, Carry Traders, Geld, billiges, Leitzins, Niedrigzinspolitik, Nullzinsen, Politik des offenen Mundes, Quantitative Easing, Signalwirkung, Zinsallokations-Funktion, Zinsuntergrenze. -Vgl. Monatsbericht der EZB vom August 2009, S. 37 ff. (Auswirkungen des ersten längerfristigen Refinanzierungsgeschäftes mit einjähriger Laufzeit).

Das Aktien- und Finanzlexikon von Aktien Prognose: ® Professor Dr. Gerhard Merk, Universität Siegen.