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Börsen-Lexikon

Protein-Inflation

engl.: protein inflation

Um 2005 aufgekommene Bezeichnung für die Tatsache, dass proteinhaltige (an Eiweiss reiche) Nahrungsmittel seit etwa 2000 global im Preis aussergewöhnlich anstiegen, was dann in den jeweiligen Güterkörben der einzelnen Länder verhältnismässig stark zu Buche schlägt und die Kaufkraft mindert. Als Gründe für den Preisanstieg gelten vor allem die Überfischung (over-fishing) der Gewässer, wodurch das Angebot an Meeresfrüchten (seafood) sank sowie der gestiegene Bedarf an proteinhaltigen Lebensmitteln seitens der Entwicklungs- und Schwellenländer. China ist seit 2006 der weltweit grösste Importeur von Sojabohnen (soybeans) und kaufte 2007 etwa 40 Prozent des Weltmarkt-Angebots auf. Ob, wann und in welchem Masse sich die Preise für proteinhaltige Nahrungsmittel mindern, ist auch unter Fachleuten bestritten. Denn viele schwer einschätzbare Entwicklungslinien (wie vor allem: durch hohen Preis hervorgelockte Mehrproduktion einerseits; wachsende Nachfrage in den nächsten Jahrzehnten andererseits; aber auch vom Erdölpreis abhängige zusätzliche Umwandlung von Agrarfrüchten in Biotreibstoffe) müssten im einzelnen sowie in ihrem Zusammenwirken vorausschauend einigermassen verlässlich abgeschätzt werden können.

Siehe Biotreibstoffe, Energie-Inflation-Zusammenhang, Erdöl-Lebensmittel-Zusammenhang, Inflations-Ausgleich, Kaufkraft-Abfluss, Klima-Inflation, Kohlendioxid-Inflation, Lohn, indexierter, Lohn-Preis-Spirale, Ölpreis, Ölpreis-Schocks, Petrodollar, Rohstoffpreise, Schocks, strukturelle, Strompreis, Zweitrunden-Effekte. -Vgl. Monatsbericht der EZB vom September 2008, S. 13 ff. (Anstieg der Nahrungsmittelpreise; Übersichten).

Das Aktien- und Finanzlexikon von Aktien Prognose: ® Professor Dr. Gerhard Merk, Universität Siegen.