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Börsen-Lexikon

Madoff-System

engl.: Madoff system

Der im Dezember 2008 verhaftete amerikanische Finanzmann Bernard Madoff (dieser war massgeblich am Aufbau der Technologiebörse Nasdaq beteiligt; zeitweise war er deren Verwaltungsratsvorsitzender) schüttete jahrelang den Anlegern seiner verschiedenen Fonds angebliche Gewinne von etwa elf Prozent aus, die er gar nicht erwirtschaftete. Vielmehr wurden Einzahlungen von Neukunden an Altkunden weitergeleitet. Dieses Schneeballsystem flog auf, als infolge der Finanzkrise im Herbst 2008 die Neukunden ausblieben. Madoff hatte bis dahin die unvorstellbar hohe Summe von 50 Mrd USD bei Privathaushalten, Kapitalanlagegesellschaften und sogar Grossbanken (unter anderem bei der französischen BNP Paribas, der schweizerischen UBS und der spanischen Santander) eingesammelt. Bitter war, dass durch Madoff namhafte jüdische Stiftungen ihr Vermögen verloren, misslich auch, dass (nur zwei Monate nach der Insolvenz der weltweit tätigen Bank Lehman Brothers) eine antisemitische Welle losgetreten wurde, die alle Finanzleute jüdischen Glaubens unter Generalverdacht stellte. - Nach diesem Skandal wurde gefragt, warum dieser Betrug nicht früher aufflog, obwohl bereits seit 1999 Kritiker öffentlich darauf hinwiesen und nachrechneten, dass die angebliche Anlagestrategie von Madoff (Aktieninvestments gekoppelt mit Optionen) nie und nimmer so hohe Erträge bringen kann.

Siehe Vertrauen. Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 41 (CESR koordiniert den Informationsaustausch im Madoff-Fall), S. 194 (Investmentfonds von dem Madoff-Skandal betroffen).

Das Aktien- und Finanzlexikon von Aktien Prognose: ® Professor Dr. Gerhard Merk, Universität Siegen.