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Börsen-Lexikon

Entkopplungs-These

engl.: decoupling theory

Die Meinung, dass sich weithin der Finanzsektor zunehmend von der Realwirtschaft unabhängig entwickle und sich gleichsam verselbständige; häufig als abträgige Ausformung eines Wirtschaftszweiges (als typische Missentwicklung) beurteilt. - Es ist jedoch schwer zu sagen, wo das richtige Verhältnis zwischen beiden Sektoren liegt. Mit der Einführung neuer Finanzinstrumente ist zweifelsfrei eine Umverteilung der Risiken und damit verbunden eine Erweiterung des Zugangs zu Darlehn eingetreten. Sinkende Transaktionskosten, die Deregulierung und Internationalisierung des Geschäftes, die Herausbildung spezialisierter Teilmärkte verbunden mit sich laufend verbessernde Kommunikationsmöglichkeiten bewirken von selbst eine Vergrösserung und Vertiefung von Angebot und Nachfrage nach Finanzdienstleistungen. Dies kommt allen Zweigen der realen Wirtschaft letztlich zugute. - Dass mit diesem Ablauf auch Gefahren verbunden sind, wie sich das etwa gelegentlich der Subprime-Krise bei Verbriefungspapieren gezeigt hat, und dass die Entwicklung die Geldpolitik teilweise vor neuen Aufgaben stellt, darf kein Grund sein, das Rad zurückzudrehen.

Siehe Globalisierung, finanzielle, Kreditersatzgeschäft

Das Aktien- und Finanzlexikon von Aktien Prognose: ® Professor Dr. Gerhard Merk, Universität Siegen.